Kommt die Wende bei ShopNBC?
Der Umbau von ShopNBC unter dem neuen CEO Keith Stewart geht weiter. Als nächstes ist das Erscheinungsbild on air dran.
Eine neue Verkaufsgrafik soll es demnächst geben. Auf der Internetseite des Senders gibt es schon einen kleinen Vorgeschmack.

Erinnert alles recht stark an die alte On-Air-Grafik des Marktführers QVC. Und das sicher nicht rein zufällig. Es gibt sicher nicht wenige Kunden – vor allem in der älteren Zielgruppe – die die Shoppingsender nicht unterscheiden können.
Zum anderen gibt es viele QVC-Fans, die das alte Erscheinungsbild ihres Senders QVC vermissen und sich nicht mit dem modernen “Q” anfreunden wollen. Genau denen könnte ShopNBC eine neue “optische” Heimat bieten.
Das aus dem hochpreisigen Schmuckhändler ShopNBC langsam aber sicher ein kleines zweites QVC wird, verwundert allerdings nicht wirklich. Schließlich war CEO Stewart vorher jahrelang bei QVC tätig – unter anderem auch als Chefeinkäufer bei QVC Deutschland.
Jetzt hat er sich zwei neue Ex-QVCler geangelt. Carol Steinberg, die 12 Jahre lang das Internetgeschäft von QVC geleitet hat. Und Jean Sabatier, der unter anderem als Direktor der Plannungsabteilung bei QVC Deutschland, ebenfalls ein alter Weggefährte von Stewart ist. Zusammen sollen sie jetzt das Ruder rumreißen.
Die Zahlen aus dem ersten Quartal sprechen dafür: Der Umbau geht voran.
Die Zahl der Neukunden nahm um 60% zu. Auch die aktiven Kunden nahmen um fast ein Viertel zu. Es bestellen also wieder mehr Kunden bei ShopNBC als im Vorjahr.
Grund dafür ist auch die neu angebotene Produktpalette. Machte der Schmuckbereich im ersten Quartal 2008 noch 44% des Gesamtumsatzes aus, waren es in Q1 2009 nur noch 21%.
Dafür gibt es jetzt mehr Elektronik (29%), mehr Uhren und Sammlerartikel (33%).
Der Durchschnittpreis ging um 26% zurück – liegt aber mit 144 US-Dollar noch deutlich über den durchschnittlichen Preisen von QVC (51$) und HSN (56$). Als mittelfristiges Ziel peilt Stewart einen Durchschnittpreis von 100$ an.
Noch bleibt der durchschlagende Effekt der Maßnahmen aus. Der Umsatz im 1. Quartal diesen Jahres lag bei 134 Millionen US-Dollar – ein weiteres Minus von 14%.
Somit liegt ShopNBC im Vergleich mit der Komkurrenz weiter abgeschlagen auf Rang 3.

Das Kräfteverhältnis in den USA erinnert stark an den deutschen Markt. Zum Vergleich die Zahlen der deutschen Teleshopper für das Gesamtjahr 2008.

Keith Stewart und sein Team haben also noch einen langen Weg vor sich. Bei einem Meeting Mitte April vor Lieferanten und Mitarbeitern brachte er auf den Punkt, was sich alles ändern muss:
We really need to get better at customer service. We really need to get better at answering the phones quickly. We really need to get better at processing reorders quickly. We really need to get better at delivering products intact, on time and ahead of schedule. We really need to get better at product assortment and product mix.
Stewarts Ziele sind dabei klar: Verdoppelung des Umsatzes und Gewinns alle fünf Jahre. Außerdem ist eine Internationalisierung in drei bis fünf Jahren angedacht.
Keith Stewart will somit schaffen, was bisher keiner vor ihm geschafft hat. Als Zeichen seiner Entschlossenheit hat er die Initialen seines Senders ShopNBC neu definiert: “New Better Changing”.
