“Wachstum durch Zellteilung”
Beim LiveShoppingDay letzte Woche in Berlin wurde unter anderem das Konzept von Backcountry.com vorgestellt und diskutiert.
Der Internetanbieter für den Outdoor-Bereich wächst, in dem er immer neue Ableger launcht. Neben eigenen Seiten für Fahrradfahrer und Mountainbiker gibt es Shoppingseiten für Sportbekleidung, für Skater und neuerdings auch für Snowboarder.

Sechs der neun Seiten funktionieren nach dem Liveshopping-Prinzip. One deal one day – oder deutsch: Ein Produkt zu einem – möglichst unschlagbaren – Preis, der nur einen Tag gültig ist.
Das Konzept ist einfach und effektiv. Anstatt dem Kunden unzählige Produkte anzubieten, konzentriert man sich auf ein bestimmtes Angebot. Im Idealfall kommt der User jeden Tag wieder, um sich über das neue Angebot zu informieren.
Die Strategie von Backcountry geht auf. Jede Zielgruppe hat eine eigene Seite und niemand muss sich durch Produkte klicken, die ihn nicht interessieren.
Lässt sich diese Herangehensweise auch auf den Teleshopping-Bereich übertragen?
Zunächst muss man unterscheiden. Teleshopping hat zwei Hauptvertriebswege: TV und Internet (Programmflyer und Outletstores nicht mitgezählt).
Im Internet ist es recht einfach, neue Partnerseiten von der großen Seite abzuspalten. Jochen Krisch hat diese Möglichkeit bei excitingcommerce.de am Beispiel von HSE24 dargestellt.
Auch im TV gibt es erste Anzeichen, dass Anbieter ein “Wachstum durch Zellteilung” anstreben.
HSE24 hat mit HSE24 EXTRA einen eigenen Digitalkanal. Und in England hat QVC UK im September 2008 einen eigenen Channel mit ausschließlich Beautyshows gestartet. QVC Beauty ist über das digitale Sky-Paket empfangbar.
Zwei unterschiedliche Ansätze: HSEs “EXTRA” bietet hauptsächlich Wiederholungen. Die wenigen Livestunden sind als Ergänzung oder Alternative zum Hauptprogramm vorgesehen. Diese Woche gibt es beispielsweise Heimwerker-Sendungen während im Hauptsender die “Trend- und Stylewoche” (Mode, Beauty, Schmuck) läuft. Insgesamt ein bunter Produktmix.
QVC UK hat einen themenspezifischen Ableger. Die Ausrichtung ist klarer: “Bei uns gibt´s nur Beauty”. Der Zuschauer weiß also immer, was ihn erwartet.
Welcher Ansatz nun besser ist, wird sich zeigen.
Klar ist, die “Backcountry-Taktik” macht Sinn und ist einfach umzusetzen.
Im Internet noch einfacher als im TV. Aber auch hier sind alle Voraussetzungen vorhanden: Studio, Technik, Personal und Produkte. Einzig die zusätzlichen Verbreitungskosten (Satellit, Kabelnetze) stellen ein Hindernis dar. Diese sind aber überschaubar, je nach dem welche Übertragungsart (z.B. Astra digital) man wählt.
Die Angst, dass man sich durch einen Ableger das Hauptgeschäft kanibalisieren könnte, ist – wie man am Beispiel Backcountry.com schön sieht – unbegründet.


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