Birchbox als Zusatzgeschäft für´s Teleshopping?

Mit Glossybox.de ist jetzt das erste deutsche Copycat von Birchbox.com an den Start gegangen. Das Konzept ist ideal für Teleshoppingsender.

Die Geschäftsidee von Birchbox ist schnell erzählt.

Für zehn Euro bekommt die weibliche Zielgruppe jeden Monat eine Box mit mehreren Kosmetikproben (…) ins Haus geschickt. Ob bekannte Luxusmarken oder ein geheimes Newcomer-Produkt – das Sortiment reicht vom angesagtesten Lippenstift bis hin zur reichhaltigen Haarpflege

Gründerszene.de hat in einem interessanten Hintergrundbericht die Herausforderungen des Geschäftsmodells beschrieben. Neben der Unsicherheit der Nutzer (“Was bekomme ich für´s Geld”) sind vor allem das Sourcing der Kosmetikproben und die Logistik die größten Knackpunkte.

Eine Kosmetikprobe (und mit Proben sind hier hochwertige Proben gemeint) kostet Kosmetikhersteller zwischen ein und drei Euro, sodass diese eher zurückhaltend agieren, wenn Webseiten Produktanfragen im Zehntausenderbereich stellen. Ein Birchbox-StartUp muss also kämpfen und einiges bezahlen, um viele Proben zu erhalten oder so groß sein, dass es selbst bezahlt wird, wenn es Proben im großen Umfang vertreibt.

Aus meiner Sicht ist Birchbox das ideale Zusatzgeschäft für Teleshoppingsender:

1. Sourcing – die Marken sind da. QVC Deutschland hat aktuell an die 40 aktive Beautymarken, bei HSE24 sind es an die 20 (ohne die Submarken). Fast monatlich kommen neue hinzu. Und der Mix stimmt: Neben Eigenmarken und US-Brands gehen immer mehr bekannte Kosmetikmarken im deutschen Teleshopping on air.

2. Credibility – QVC und HSE24 sind seit Jahren stark im Beautysektor unterwegs. Sie haben die einen treuen Kundenstamm, die sicher auch mal “blind” zuschlagen würden und evtl. sogar einen Fehlgriff (“Dieses Mal ist halt nix für mich in der Box”) verzeihen würden.

3. Zielgruppe – Die Kunden sind da und noch besser: Man hat genau Daten, welche Kundin auf welche Kosmetik steht. So wären sogar individuell zusammengestellte Boxen denkbar. Bereits jetzt liegen den Kuindenmagazinen nahezu monatlich Kosmetikproben bei.

4. Mehr als Proben – eine “Teleshopping-Birchbox” müsste sich nicht auf Proben beschränken. Zusätzlich könnte die Box zur Liquidation von Produkten genutzt werden. Oder man testet neue Marken noch vor ihrem TV-Launch.

5. Zusatzcontent – Neben Proben enthält jede Birchbox Beautytipps. Auch dieser Content ist bereits vorhanden (Kundenmagazine!). Zusätzlich könnte man online (exklusiv für die Box-Kunden) Videotipps anbietet. Zweitverwertet aus TV-Schnipseln oder exklusiv neu produziert.

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Bin gespannt, ob und welcher Teleshoppingsender sich zuerst an das Konzept wagt. Und ob sich demnächst Beauty-Einkäufer der Shoppingsender in den Teams von Glossybox und Co. wiederfinden.

  • Marius

    Grundsätzlich ein guter Ansatz. Für einen Teleshopping Sender mangelt es mir aber an der grundsätzlichen Notwendigkeit ein extra Produkt (Birchbox) für die Umsetzung der von dir beschriebenen Ziele/Chancen zu konstruieren. Schließlich versenden die Unternehmen bereits täglich tausende Pakete an ihre Kunden. Warum werden diese nicht als (Birchboxes) genutzt?!?! Das Douglasprinzip: ich kaufe etwas im Laden und finde zu Hause weitere Pröbchen in meiner Einkaufstüte. Hier sehe ich noch ungeahntes Potenzial welches noch nicht annähernd ausgeschöpft ist.
    Soll die Birchbox jedoch ein weiteres “Produkt” im Sortiment darstellen, so zweifle ich stark an dem Erfolgpotenzial. Schließlich können Teleshoppingkunden sich schon heute risikofrei durch das ganze Kosmetiksortiment durchprobieren und bei Nichtgefallen die Produkte wieder zurücksenden – kostenfrei. Warum dann eine Wundertüte kaufen?